
Bei jeder gesunden Frau bildet sich an der glatten und feuchten Oberfläche der Vaginalwand eine natürliche Bakterienflora aus. Diese sorgt dafür, dass Krankheit erregende Bakterien nicht über die Scheide in die Gebärmutter, die Eileiter und die Eierstöcke gelangen können. Die Scheide übt somit eine Art Barrierefunktion aus, die nur aufgrund der in ihr vorkommenden natürlichen Bakterienflora aufrechterhalten werden kann.
Die gesunde Bakterienflora in der Vagina setzt sich aus verschiedenen Bakterienarten zusammen, die sich untereinander zahlenmäßig in einem sensiblen Gleichgewicht befinden. Dieses wird – ähnlich wie bei der Haut - durch ein saures Milieu auf der Vaginalhaut stabil gehalten.
Der Säuregrad wird durch den sog. pH-Wert ausgedrückt. Während der Säureschutzmantel der Haut einen pH-Wert von etwa 5,5 besitzt, ist der pH-Wert auf der Vaginalhaut mit 3,8-4,5 deutlich niedriger, also saurer. Möglich wird dies durch die sog. Lakto- oder Milchsäurebakterien der Vaginalflora. Ihr Stoffwechsel produziert – wie der Name schon sagt – Milchsäure aus dem Zucker der sich regelmäßig ablösenden Vaginalhautzellen.